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Brexit und Co.

Landeskunde ist ja nun ein Fach, das die meisten unserer Schüler nicht wirklich umhaut. Im Wesentlichen geht es darum, ihnen Grundwissen darüber zu vermitteln, wie die Politik des Landes funktioniert (natürlich unter Einbeziehung aktueller Themen wie dem Brexit), welche bedeutsamen Geschehnisse in der Geschichte des Landes eine Rolle gespielt haben, wie das Bildungssystem aufgebaut ist etc.

 

Schon diese Aufzählung lässt erahnen, wie viel man sich als Ein-Personen-Theater vor der Klasse einfallen lassen muss, um die geneigten Zuhörer bei der Stange zu halten. Nun wird etwa Zweidrittel der Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse ab Mitte März für drei Wochen nach Dublin fahren, um dort eine Woche Sprachunterricht vor Ort zu erhalten und anschließend ein zweiwöchiges Praktikum in Firmen vor Ort zu absolvieren.

 

Ohne meinen Schülern zu nahe zu treten, stelle ich die Behauptung auf, dass nur eine kleine Minderheit etwas über die Geschichte der irischen Insel der letzten fünfzig Jahre weiß. Ich kann ihnen nicht einmal ein Vorwurf machen. Auch als ich Schülerin war und der Bürgerkrieg in Nordirland in vollem Gange war, habe ich in der Schule rein gar nichts davon mitgekommen. Stattdessen habe ich über den 30-jährigen Krieg mehr als genug erfahren. In den nächsten Wochen  wird es mir deshalb in diesem einstündigen Fach ein Anliegen sein, folgende Inhalte zu vermitteln:

  • Wie kam es zur Trennung zwischen der Republik Irland und Nordirland?
  • Warum ist von einem Religionskrieg keine Rede, auch wann man immer hört: Katholiken gegen Protestanten?
  • Was ist am Bloody Sunday 1972 passiert?
  • Welche Positionen vertreten die verschiedenen ehemaligen Bürgerkriegsparteien?
  • Was besagt das Good Friday Agreement, das 1998 den Waffenstillstand besiegelt hat?
  • Und letztendlich: Inwieweit kann der Brexit dazu führen, dass es wieder zu Unruhen kommt?

YouTube- und vor allem U2 mit seinem hervorragenden Videoclip zu Bloody Sunday sei Dank - wird die Sache dann hoffentlich auch für die Schülerinnen und Schüler halbwegs interessant.

 

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